Wenn Fans tausend (Chancen)Tode sterben…
Es ist fast zum Verzweifeln: 30 Runden sind nun in den beiden deutschen Profifußballligen absolviert, 30 Mal zittern, bangen und jammern mit unserem FCK. Es ist nicht die Saison des Neuanfangs oder des Trainerwechsels, es ist in erster Linie die Saison der vergebenen Chancen. Und zwar in zweierlei Hinsicht.
Zum Einen ist da die Chancenverwertung. Eigentlich bereits viel zu oft diskutiert und besprochen, aber an dieser Stelle muss die Sturmschwäche der “Roten Teufel” nochmals in den Blickpunkt gerückt werden. Erst stellte der personifizierte Chancentod Nouréddine Daham die Geduld der Fans auf die Probe; als Wolf ihn dann auf die Bank beorderte und Emeka Opara sowie Benjamin Auer die entstandende Lücke nahtlos schlossen. Zwar erzielten die Pfälzer in fünf (!) Heimspielen vier Treffer, also zusammengezählt 20 “Buden”. Doch betrachtet man die anderen 25 Spiele, so sieht die Ausbeute schon deutlich geringer aus: Nur 22 Tore aus diesen Partien sind sehr mau, sind eines Aufstiegskandidaten unwürdig. Darunter befanden sich grausame Nullnummern gegen Augsburg, Jena, Essen, Koblenz oder Duisburg. Wenn selbst “Kicker” FCK-Chefkritiker Uli Gerke, ein immer ins Detail gehender Analyst vor dem Herrn, nach knapp 20 Spielen erkennt, dass “dem FCK noch immer ein richtiger Torjäger fehlt”, dann gute Nacht.
Doch nicht nur vor des Gegners Gehäuse verloren die FCKler zu oft die Nerven, nicht nur dort vergaben sie vielleicht entscheidende Chancen. Fast noch schlimmer wiegt die ständige Inkonstanz der Lauterer: Mehr als einmal, sogar mehr als drei Mal und auch mehr als fünf Mal verpassten die “Betze-Buben”, damals noch unter Wolfgang Wolf eine gute Gelegenheit, eine Chance auf einen der ersten drei Plätze zu springen oder sich von den Nichtaufstiegsrängen abzusetzen. Ebenso oft wie sich eine solche Möglichkeit bot, versagte der FCK jedoch. Beispiele? Gegen den Karlsruher SC hatte man die Gelegenheit, wieder zum Spitzenreiter aufzuschließen – Ergebnis: Chance vertan. Zwei Wochen später gastierte der FC Hansa Rostock im Fritz-Walter-Stadion – Ergebnis: Chance vertan. Oder zuletzt Duisburg: Der schwächelnde Tabellendritte reiste mit vier Niederlagen in Serie nach Kaiserslautern. Und das Ergebnis? Naja.
Jetzt, auf einmal, vier Spieltage vor Toreschluss die Überraschung: Nach der Demission Wolfgang Wolfs und der Beförderung Wolfgang Funkels zum Chefcoach gewann der FCK die letzten beiden Begegnungen gegen, zugegeben, sehr schwache Kontrahenten. Doch gleichzeitig ließen die direkten Konkurrenten Fürth (wohl oder übel), Freiburg und Duisburg gegen Abstiegskandidaten Federn, verloren wieder an Vorsprung. Ergebnis: Der 1. FC Kaiserslautern hat auch nach dem 30. Spieltag noch immer die Möglichkeit, wieder in die Beletage des deutschen Fußballs zurückzukehren. Eigentlich eine Farce, spielt doch nur der KSC wie ein potentieller Aufsteiger. Da stellt sich doch die Frage: Will denn gar niemand aufsteigen? Andere Clubs plagen sich mit hausgemachten Problemen rum (siehe die Finke-Posse im Breisgau) oder bieten plötzlich Leistungen unter ferner Liefen. Am kommenden Sonntag muss die Funkel-Truppe beim Aufsteiger aus Augsburg ran und hat die Möglichkeit, bei entsprechenden Ergebnissen in den anderen Stadien, wieder ganz nahe an die Aufstiegsränge heranzurücken. Die Chance, doch noch aufzusteigen, scheint klein zu sein, doch sie ist da. Wahrscheinlich ist es die letzte, und die gilt es nun zu nutzen.
Stadionwurst | Fabe | Trackback
Mehr dazu:
Niemand will aufsteigen und bis auf die Karslruher hat mich auch keine Mannschaft überzeugt! Duisburg z.b hats echt nicht verdient
schöner Artikel.
Ja es waren auch wieder zu viele Unentschieden dabei, mit ein bisschen Glück hätten wir das ein oder andere Spiel noch gewinnen können. So haben wirs uns selbst schwer gemacht.
ich liebe die stadionwurst!
jaja,wohl war!
wenn man gegen KEINEN Mitkonkurrenten um den aufstieg gewonnen hat,UND in spielen gegen ABSTEIGER keine Tore schiesst(Jena,Koblenz,Essen) dann kann man nicht aufsteigen…
das schliesst sich dann von alleine aus!
SO: Stürmerproblem stimmt nicht wir hatten ein trainerproblem. Wolf lies mit einem Stürmer spielen und redete unserem besten Stürmer Marcel Ziemer, der in Liga 2 für 15 treffer gut sein sollte eine Krise ein.
WW hat mehrfach Chancen vergeben!
Das mit Ziemer sehe ich genauso. Der hatte in den Vorbereitungsspielen total überzeugt und spielte dann nur im Regionalliga-Team.
Daham hätte bei einer für einen Stürmer durchschnittlichen Chancenverwertung schon nach der Hinserie die Torschützenliste uneinholbar anführen müssen.
In der Rückrunde hat sich die Mannschaft unter Wolf nur noch sehr wenig Chancen erspielt und stand sehr defensiv. Da sieht kein Stürmer gut aus.