How to be a Sportdirektor
4. April 2007

How to be a Sportdirektor

In Deutschland spielen zurzeit knapp 1000 Menschen professionell Fußball. Ein sehr gut bezahlter Traumberuf vieler kleiner Jungs und auch immer mehr Mädchen, der sich im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Schwimmen oder Turnen auch noch bis ins relativ hohe Sportleralter von Mitte bis Ende 30 ausüben lässt. Doch was kommt danach? Eigentlich nicht viel. Nur wenige Fußballer arbeiten nach ihrem Karriereende in dem Beruf, den sie einst erlernten. Wenn sie überhaupt eine Ausbildung oder gar ein Studium absolvierten, denn selbstverständlich ist das heute nicht mehr. Viele aufstrebende Sportler wollen sich „nur auf Fußball konzentrieren“ und nicht von Schule oder Ausbildung ablenken lassen. Neustes Beispiel? Serdar Tasci, mit 19 bereits deutscher U21-Auswahlspieler und auf dem Weg in die Stammformation beim VfB Stuttgart, sollte in den nächsten Tagen eigentlich die Schulbank drücken und seine Abiturprüfungen schreiben. Aber Pustekuchen, kurz vor der “allgemeinen Hochschulreife” hat der Deutsch-Türke die Schule geschmissen.

Wie dem auch sei, die meisten Ex-Profis ergreifen dann, wenn die biologische Uhr schon mehr als hörbar tickt, meist einen ganz anderen Beruf als den, der auf ihrem Lebenslauf vermerkt ist. Wenn sie nicht wie Uli Stein, Claus Reitmaier oder Peter Eich bis ins biblische Alter von Anfang Vierzig aktiv sind und direkt von der Gehaltsliste ihres Clubs in die Rentenkasse wechseln. Da aber die Rente ab 80 nur noch bundespolitische Formsache scheint, müssen die Kicker umdenken und sich ihren oftmals teuren Lebensunterhalt anders verdienen. Dabei gibt es, wenn man es genau nimmt, nur vier Alternativen: Trainer (bzw. Co-Trainer), Spielerberater, Sportdirektor bzw. Sportmanager bzw. Sportschießmichtot oder… Hartz-IV-Empfänger.

Dass man auch als, sagen wir, äh, Kopf(ball)spezialist mit eher wenig seriöser Färbung als Übungsleiter arbeiten kann, wurde bereits eindrucksvoll von IQ-Größen wie Andy „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ Brehme, Lothar „My English is not very good“ Matthäus und Mario „Ich lass mir die BamS nach Hause liefern“ Basler bewiesen. Fast hat man da den Eindruck, das Trainergeschäft bestehe nur noch aus altgedienten Nationalspielern, die mal so mir nichts, dir nichts ihren Trainerschein vom DFB nachgeworfen bekommen und dann irgendeinen Dummen finden, der sie allen Unkenrufen zum Trotz einstellt. Aber Gott sei Dank widerlegt die Thomas-Connection bestehend aus den Herren Schaaf, Doll und von Heesen, diese Vermutung mit spielerischer, oder besser trainerischer Leichtigkeit.

Dann gibt’s da noch die Gattung des Beraters. Überspitzt formuliert, meist jene Spieler, die keine Lust auf Arbeit haben und mit ihrem Namen für Kontakte und Beziehungen sorgen. Thomas Struntz zum Beispiel versuchte sich so erfolglos seine Brötchen zu verdienen. Natürlich sind diese Agenten die besten Freunde der Spieler und nur auf deren Wohlergehen aus. Natürlich.

Zum Schluss (von den Arbeitslosen sehe ich hier mal jetzt ab) noch ein Blick auf den Posten des Sport-wasauchimmer. Der Beruf mit den tausend Namen wird nun endlich auch bei unserem FCK besetzt, um Wolle Wolf von der Personalunion zu erlösen. Und den Rest des Vereins übrigens auch. Im letzten halben Jahr kursierten viele verschiedene Namen rund um den höchsten deutschen Fußballberg: Thomas Ernst, Marco Bode, Michael Preetz, Michael Schjönberg, Bruno Labbadia, Martin Wagner, Christian Hochstätter, Peter Pander, Guido Buchwald oder Jürgen Kohler, um nur einige zu nennen. Zu Ehren des ersten Aprils brachte die offizielle FCK-Homepage dann auch noch Reiner „Meat Loaf“ Calmund ins Spiel, die SWR-Sendung „Flutlicht“ sogar den alten Recken Kalli Feldkamp. Am Montag meldete die Fachzeitschrift „Kicker“ auf ihrer Website, dass die Verpflichtung Michael Schjönbergs kurz bevor stünde. Ein netter Mann. Aber gut genug für die wichtige Position des Sport…? Vielleicht gut für Fans, Mannschaft und Umfeld, fatal jedoch für den Verein: Denn der Meisterspieler von 1998 steht bislang bei Hannover 96 als Trainer der zweiten Elf unter Vertrag – und ist damit nicht arbeitslos. Beim FCK zieht die gutgemeinte ABM also diesmal nicht – und die Prämie vom Arbeitsamt bleibt damit auch aus…

Stadionwurst | Fabe | Trackback

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