Kommt Zeit, kommt Rat?
18. April 2007

Kommt Zeit, kommt Rat?

Zwei Wochen. Das sind 14 Tage, 336 Stunden, 20 160 Minuten oder 1 209 600 Sekunden. Im Leben eines Menschen keine allzu lange Zeit, vielmehr eine Zeit die oftmals viel zu schnell vorübergeht. Ein altes Sprichwort besagt jedoch „Zeit ist Geld“ – und das gilt manchmal auch im Fußballsport. Dort bedeutet Zeit oft nicht nur Geld, sondern gelegentlich auch „Aufstieg“. Am vergangenen Mittwoch, heute vor einer Woche, entließ der 1. FCK seinen Cheftrainer Wolfgang Wolf. Ein grober Fehler? Genau die richtige Entscheidung? Oder kam sie gar zu spät? Die Meinungen gehen weit auseinander.

Aber Fakt ist: In den letzten Wochen und Monaten spielten die „Betzebuben“ von Mal zu Mal schlechter, „krampften“ sich nur zu wenigen Punkten und noch weniger Siegen; Paradebeispiel das 2:1 über den TSV 1860 München. Nicht nur das spielerische Element ließen die „Roten Teufel“ vermissen, zu oft mussten Fans, Reporter und neutrale Betrachter fehlenden Einsatz bemängeln. Wobei der Begriff „Einsatz“ beliebig auch durch „Laufbereitschaft“, „Kampfeswille“ oder „Engagement“ ersetzt werden kann. Bezeichnend für eine Mannschaft, wenn ein, man entschuldige den Ausdruck, „Fußball-Legastheniker“ wie Axel Bellinghausen regelmäßig zu den besten Akteuren auf dem Feld gehört, wenn ein verkorkstes Dribbling von Stefan Lexa zu den spielerischen Glanzlichtern einer Zweitligabegegnung gehört.

Fakt ist aber auch: Nachdem Wolf seinen Hut nehmen musste und sein Namensvetter und „Co“ Wolfgang Funkel zumindest bis Saisonende das Zepter übernahm, zeigte die Lizenzspielermannschaft am Sonntag gegen Fürth eine engagierte, ja fast ist man versucht zu sagen, überzeugende Leistung. Auf einmal funktionierten wieder einfachste Spielzüge, auf einmal zeigten Sorgenkinder wie Aki Riihilahti, Josh Simpson oder Lexa eine anständige Partie. Nur Zufall? Gut, Funkel wird in den vier Tagen als Chefcoach sicher keine Wunderdinge vollbracht haben, aber dennoch scheint auch beim FCK dieser Tage eine alte Fußballerweisheit zu fruchten: „Neue Besen kehren gut“. Das Team der Pfälzer wirkte ein Stück weit befreit, irgendwie losgelöst von einer Altlast, nahezu frei von Selbstzweifeln. Und das obwohl mit dem Trainerwechsel ja das letzte Alibi der Spieler von dannen ging. Was Funkel anders machte: Aus der Not geboren verzichtete er auf die Gelbsünder Hajnal und Bellinghausen, er beorderte Sven Müller nach links und Marcel Ziemer in die Spitze. Kein Hexenwerk.

Was, ja was wäre passiert, wenn die Vorstandsriege um Erwin Göbel und den Aufsichtsrat die Entscheidung, Wolfgang Wolf zu entlassen, zwei Wochen früher getroffen hätte? Vor dem blamablen 0:0 in Burghausen? Vor der desaströsen Leistung beim 0:3 gegen Duisburg? Wäre der so dringend benötigte Aufstieg dann noch möglich gewesen? Fragen, die sicher kein Mensch der Welt beantworten kann. Die Entscheidung contra Wolf war, auch wenn es sicher nicht jeder gerne hört, richtig. Spätestens nach dem Fürth-Spiel muss das allen klar sein, die den „neuen“ FCK gesehen haben. Vielleicht ist es für eine endgültige Wertung nach nur einem Auftritt viel zu früh, aber dennoch zeigt sich schon jetzt ein unmittelbarer Zusammenhang: Der Trainer ist weg, die Mannschaft lebt. Und das ist Fakt.

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4 Kommentare zu “Kommt Zeit, kommt Rat?”

  1. Lisa: ()

    Das hab ich am Samstag aufm Betze auch mehrmals gehört: Mensch, hätten die auch schon so gespielt, wenn se de Wolf früher entlassen hätten?

  2. jonny: ()

    guter Bericht, spiegelt auch meine Meinung wider.

    hast du das ausgerechnet?
    14 Tage, 336 Stunden, 20 160 Minuten oder 1 209 600 Sekunden
    hahaha verrückt :-D

  3. webbi: ()

    Fakt ist auch: Guter Bericht :-D

  4. Fritten, Fussball & Bier: ()

    Fusball-Blog Wochenschau KW 16…

    Und schon wieder ist eine Woche rum, in der Bundesliga geht es jetzt in die Endphase im Kampf um die Meisterschaft, um ChampionsLeague Plätze aber auch um den Abstieg. Es wird also spannend, aber auch in der Fussball-Blogger-Szene war diese Woch…

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