17. August 2008, 22:57 Uhr

Lauterer geben niemals auf!

Derby-Zeit ist Auswärtsfahrt-Zeit. Über siebentausend Kartenanfragen erhielt der FCK für das Gastspiel in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Doch das Mainzer Bruch-, äh, Stadion fasst leider nur 20.300 Zuschauer, weshalb nur wenige Lauterer Anhänger in den Genuss der grandiosen Aufholjagd kamen. Wer das Glück hatte, eine Karte über den “normalen” Weg zu ergattern (an dieser Stelle: Danke, Fortuna!) oder wer das Geld hatte, sich sein Ticket über den inoffiziellen Weg zu sichern (an dieser Stelle: Danke, E-Bay-Abzocker!), dem wurde am Freitagabend richtig was geboten. Auf und neben dem Platz.

Die Stimmung nämlich war wieder einmal bestens im Lautern-Block. Die gute Anfangsphase der Teufel auf dem Feld wurde begleitet von mächtig Lärm seitens der sogenannten “Orgentec-Tribüne”, Stehplatz der Gästefans am Bruchweg. Der Namensgeber der Kurve ist übrigens laut 05-Homepage “Entwickler und Hersteller von Testsystemen für die Autoimmundiagnostik”. Ahja. Egal, weiter im Text. Erst als die Mainzer nicht glücklich aber auch nicht verdient und mehr oder minder fair in Führung gingen, begannen auch die (ich nenne sie einfach mal) Sympathisanten des Heimvereins mit der Unterstützung ihres Teams. Das 2:0 und das 3:0 taten ihr übriges dazu. Es durfte helaut werden im Mainzer Rund.

Mittlerweile war es dann bei mir soweit: Beim nächsten Hallamarsch (das spielen die Mainzer nach jedem eigenen Treffer) hätte ich aus gesundheitstechnisch profilaktischen Gründen die Tribüne in Richtung schalldichtem (Innen)raum verlassen müssen. Ein Blick nach rechts auf die Fantribüne des FSV ließ meine “Freude” nur noch wachsen. Dort saßen nämlich gefühlt nur Schulkinder und Senioren. Aber das, was beim FCK “Familienblock” heißt, ist dort am Mainzer Martin-Luther-King Weg Alltag und kann beinahe schon der Ultra-Szene angerechnet werden.

Allerdings haben der Mainzer Anhang und die Spieler ja ihre Quittung erhalten. Und zwar auf dem Platz, so, wie es sein sollte. Danke Jungs. Die Stimmung im Stadion kippte selbstverständlich genauso schnell wieder um, wie es im ersten Abschnitt der Fall war. Als es unter den Mainzer Abwehrspielern ganz fastnachts-like hieß “Wolle’ mer se roilasse?” (für die Leser nördlich der Landesgrenzen: “Wollen wir sie reinlassen”) trafen die Lauterer endlich ins Netz. Und urplötzlich war wieder Totenstille angesagt unter den 05ern. Keine Anfeuerung nach dem 1:3. Keine Durchhalteparolen nach dem 2:3. Und keine Reanimationsgesänge nach dem 3:3. Schwach, aber nix neues. Frei nach Robbie Williams: (Just) Sing when you’re winning.

Zugegeben: Im FCK-Block war es zur Pause auch eher ruhig und nach dem 0:3 hatte sich auch bei Pfälzern Resignation breit gemacht. Aber die Mannschaft gab den Impuls für die Fans. So sollte es sein. Toll auch, wie Anel Dzaka oder Axel Bellinghausen die Fans per Handzeichen zur Unterstützung animierten. Es war endlich mal wieder eine Einheit, die zu Gast war beim FSV Mainz 05. Eine Einheit aus Spielern und Fans. Und es bewahrheitete sich wieder: Lauterer geben niemals auf, sie kämpfen! Auch wenn es am Ende “nur” zu einem gefühlten Sieg reicht.

PS: Uns interessiert eure Meinung. Habt ihr das Spiel gesehen, sei es im Stadion oder am TV? Dann sagt uns in den Comments, wie ihr die Stimmung im Stadion empfandet!

Stadionwurst | Fabe | Trackback

4 Kommentare zu “Lauterer geben niemals auf!”

  1. Fabe: ()

    Übrigens habt ihr gerade die Jubiläumsstadionwurst gelesen. Nummer 25 :)

  2. Harald: ()

    Leider habe ich das Spiel nicht gesehen. In einer Halbzeit ein 3:0-Rückstand auszugleichen ist schon eine Leistung. Hoffentlich spielt das Team die restliche Saison 90 Minuten lang wie in der zweiten Halbzeit. Dann ist zumindest der Klassenerhalt kein Problem und es gibt kein Abstiegshorror, wie in der letzten Saison. Das Team demonstrierte Herzblut!

  3. toby: ()

    ja also beim 0:3 darf man auch etwas schwächeln, insgesamt war die lautrer stimmung aber echt gut!

  4. clubomen: ()

    super
    \

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