Organhandel leicht gemacht?
7. März 2007

Organhandel leicht gemacht?

StadionwurstMit Anbeginn der zweiten und hoffentlich letzten Lauterer Zweitligasaison riefen die Verantwortlichen ein neues Motto ins Leben. „Das Herz der Pfalz“ soll, so Vorstandschef Arndt Jaworski, die Verbundenheit zwischen Betze und Pfalz, zwischen Verein und Menschen symbolisieren. Und tatsächlich: Nach dem doch so bitteren Abstieg stellte sich ähnlich wie anno ’96 bei vielen wieder das „Jetzt erst Recht“-Gefühl ein. Die Sachbearbeiter der FCK-Geschäftsstelle leisteten Überstunden, viele ausgefüllte Mitgliedsanträge und rund 15.000 Dauerkartenwünsche galt es zu bearbeiten. Ob aber der, zugegeben sehr pathetische Slogan, auch nur annähernd an der Aufbruchstimmung beteiligt war, darf getrost bezweifelt werden.

Heute, rund ein halbes Jahr nach dem Start der Aktion, hat sich auf dem Betzenberg einiges geändert. Die Aufstiegshoffnungen der Menschen sind, bedingt durch die Tabellensituation, etwas gesunken und fast hat es den Anschein, als sei das Motto dieser Tage „Der Magen-Darm der Pfalz“. Fast täglich musste die Rheinpfalz in den vergangenen Wochen neue Hiobsbotschaften vermelden, fast wurde mehr über die Ausfälle als über die Gesunden (und damit über den Fußball) berichtet. Ganz Fußball-Kaiserslautern litt und leidet weiter mit den Erkrankten, die von einem heimtückischen Virus infiziert wurden.

Im winterlichen Trainingslager in Spanier begann der Horror: Zwar wurden die FCK-Profis nicht von der Rache des gefürchteten Mexikaners Montezuma heimgesucht, aber ein nicht weniger fieser spanischer Verwandter des Azteken-Herrschers „beschiss“ im wahrsten Sinne des Wortes die Herren Hajnal & Co um ihre Gesundheit. Erst erwischte es „Abwehrhoffnung“ Azar Karadas und Steffen Bohl, pünktlich zum Topspiel gegen die Karlsruher auch Tamas Hajnal. Und weil es noch lange nicht genug war, mussten auch Axel Bellinghausen, Balazs Borbely, Mathieu Beda, Emeka Opara und Jürgen Macho das Bett, oder besser: die Toilette hüten. Auch Trainer Wolfgang Wolf blieb nicht verschont, steckte natürlich gleich seinen bei der A-Jugend spielenden Sohn an (und dessen Mitspieler gleich mit). Eine “Extrawurst” gab es für den -zumindest nach Treffern- besten FCK-Stürmer, Nouréddine Daham. Der Algerier fehlt nun bereits seit zwei Wochen wegen einer Gürtelrose, die vom lateinkundigen Mediziner „Herpes Zoster“ genannt wird und mit der nicht zu spaßen ist. Aber: Auch sie wird beim erwachsenen Menschen von einem Virus ausgelöst. Ironie des Schicksals? Steht nun weiter „Die Krankenakte der Pfalz“ im Mittelpunkt des Interesses?

Nicht nur die im Fußball bekannten und leider fast schon „normalen“ Ausfallgründe wie Kreuzbandrisse, Muskelverhärtungen oder Achillessehnenreizungen ärgern die „Roten Teufel“, sondern nun auch ein fast schon teuflisches Virus. Bleibt nur zu hoffen, dass es von den Kaiserslauterer Ärzten rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase gebändigt werden kann. Genauso wie am Montag der TSV 1860 München…

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1 Kommentar zu “Organhandel leicht gemacht?”

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