Superschlecht im Supercup
Gestern Abend hat der FC Bayern München seinen ersten Titel im Fußballjahr 2010/2011 eingefahren, mit 2:0 besiegten die Bajuwaren den FC Magath 04 im Spiel um den Supercup. Glückwunsch dazu von dieser Seite. Zum ersten Mal seit 14 Jahren wurde das Spiel zwischen Meister und Pokalsieger, bzw. in diesem Fall zwischen Meister und Meister der Herzen, wieder ausgetragen. Dafür ein Dank an die DFL! Denn mit der Wiedereinführung erlöste die Deutsche Fußball Liga alle FCK-Fans von der immer noch schmerzlichen Schmach, amtierender Vize-Supercup-Sieger zu sein. Denn im bislang letzten Duell zwischen Meister und Pokalsieger unterlagen die “Roten Teufel” (wohlgemerkt als Zweitligist) der Borussia aus Dortmund im Elfmeterschießen. Die Stadionwurst wirft einen Blck in die Vergangenheit.
03. August 1996, der FCK steht als Zweitligist im “Finale” um den DFB-Supercup gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund. Diese Einzigartigkeit verdankt der FCK einem gewissen Herrn Reitmeier, der wenige Wochen zuvor im DFB-Pokalendspiel dankbar einen Schuss von Martin Wagner passieren ließ. Die Lauterer wurden als Absteiger Pokalsieger und durften in den Vergleich mit der Heroenelf aus Dortmund, die in den beiden Saisons zuvor die Bundesliga beinahe nach Belieben dominierte. Anders aber im Supercup-Spiel: TorGaurant Olaf Marschall brachte den FCK in Führung, Carsten Wolters aber glich für den BVB aus. Mehr gibt es zur regulären Spielzeit eigentlich auch nicht zu sagen und auch die Geschichte der Verlängerung ist schnell erzählt: Passiert ist nix mehr. Also ging es ins Elfmeterschießen, und das dieses keine nachhaltigen Traumata bei den FCK-Spielern hinterlassen hat, grenzt an ein Wunder.
Aber der Reihe nach: Die Lauterer gewinnen die Wahl und beginnen den Shoot-Out. Martin Wagner, der Held aus dem Pokalfinale, tritt als erster an und verwandelt gegen Stefan Klos zum 1:0. Oder 2:1, wenn man die Addition heranzieht. Der frischgebackene Europameister Stefan Reuter will ausgleichen, doch der “Dicke” im Lauterer Tor (es handelt sich natürlich nicht um den Oberarm von Gerry Ehrmann, sondern um Andreas Reinke) pariert. Pavel Kuka, zuvor im EM-Finale den Deutschen unterlegen, scheint sich an der deutschen Torhüterzunft rächen zu wollen und haut den Ball ins Netz- 2:0. Für Dortmund ist nun Andreas Möller an der Reihe, doch den souveränsten Elfer seiner Karriere hat er ja schon im EM-Halbfinale gegen England verbraucht und so kommt es, wie es kommen musste: Reinke hält auch diesen Strafstoß. Als dann auch noch Oliver Schäfer zum 3:0 für den FCK einschießt, hat Präsident Hubert Keßler, erst vier Wochen im Amt, schon eineinhalb Hände am Verschluss des Fritz-Walter-Sekts. Aber was dann folgte, passiert so nur alle Jubeljahre (siehe Pokalspiele gegen Mainz 05 im neuen Jahrtausend). Um es kurz und schmerzlos zu machen: Chapuisat, But, Zorc, Weiland drin, Ratinho, Lutz, Roos nicht drin. Am Ende heißt es 4:3 für die Borussia, dumm gelaufen. Im Anschluss an das denkwürdige Finale des Finals wurde die Redewendung “die Butter vom Brot nehmen lassen” extra für den FCK eingeführt, der ein oder andere wird sie kennen.
Was danach kam, ist Geschichte. Während die Dortmunder die kommende Saison “nur” auf Rang drei beenden und sich mit dem Gewinn der Championsleague trösten müssen, steigt der FCK erst in die erste Bundesliga auf und geht dann mit dem Gewinn der Meisterschaft in die Annalen ein. So groß war das Trauma also nicht, den Supercup verloren zu haben. Ein gutes Omen für den FC Schalke, die Pleite gegen die Bayern schnell zu verarbeiten. Und die Nachfolge von Vizelautern (was würde ich dafür geben, am Ende der Saison die Bild so titeln zu sehen..) anzutreten, ist ja auch nicht das Schlechteste.
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