Von „Kilometerfressern“ und sächsischen Oberbayern
Ja, die Welt ist klein. Und Deutschland erst Recht. Aber trotzdem schafft es der Fußball, dass zwei 517.74 km voneinander entfernte Sportvereine -der FCK und Erzgebirge Aue- zumindest bis Freitag Abend Nachbarn sind, Tabellennachbarn nämlich. Die Zweite Liga macht’s möglich.
Eine lange Fahrt wartet also am Donnerstag auf Wolfgang Wolfs „Betze-Buben”. Sofern der FCK nicht bereits im Vornherein bei der DFL einen Antrag auf Unentschieden einreicht. Schon zehn Mal kamen die Pfälzer in dieser Saison nicht über eine Punkteteilung hinaus. Ob glücklich (Fürth), ob verdient (Köln) – zu wenig für den Aufstieg. Das weiß auch der Trainer, aber in letzter Zeit hörte der geneigte Fan aus dessen Mund nur noch wenig kreative Ausreden: O-Ton „Der Aufstieg wird nicht heute entschieden”, „Das kann noch ein wichtiger Punkt sein” oder „Mehr war heute nicht drin”.
Auch vor dem Duell gegen Unterhaching, das eigentlich keines war, bereitete Wolf die FCK-Anhänger behutsam auf ein eventuelles Negativ-Ergebnis vor. Angesichts der Verletzten-, oder besser Virus-Misere sei „mehr als ein Arbeitssieg nicht möglich”. Es kam anders, zum Glück. Der FCK gewann 4:0 und hielt sich die Verfolger vom Leib. So auch Aue, die Freiburg mit 4:5 (!) unterlagen. Doch noch wollen sich die Erzgebirgler mit der Pleite nicht zufrieden geben, reichten gegen die Wertung Protest beim DFB ein – der wird nun entscheiden; wahrscheinlich gegen den FCE.
Beide Mannschaften sind also nicht ganz sorgenfrei. Aue spielt eine Runde inklusive vieler Höhen (1:0 in Karlsruhe) und auch Tiefen (0:4 bei 1860), mit schöner Regelmäßigkeit wechselten sich in letzter Zeit Frust und Lust bei den Sachsen (die laut kicker.de „Oberbayern” sind) ab. Aber: Auf dem Auer Konto stehen erst drei Unentschieden.
Bei den Remis-Königen aus der Pfalz wird es darauf ankommen, wie die Taktik mit den anderthalb Spitzen Benny Auer/Marcel Ziemer gegen eine Mannschaft MIT Abwehr funktioniert, und wie weit Wolf die erfolgreiche Mannschaft vom letzten Wochenende durcheinander würfelt. „Never change a winning team”, besagt eine alte Fußballweisheit, die normalerweise phrasenschweinpflichtig sein müsste. Nicht aber bei Wolfgang Wolf, der vermutlich seine Lieblingsspieler Borbely/Müller wieder aufstellen, die jungen Bohl und Kotysch zurück ins zweite Glied schicken wird. Manchmal zum Verzweifeln, überzeugten die beiden Youngsters doch gegen Haching (die übrigens wirklich aus Oberbayern kommen) nicht zum ersten Mal…
Jaja, der kleine Wolfgang und seine Lieblinge, eine lange Geschichte. Nur so viel: Müller begann seine Profikarriere beim FC Augsburg und folgte seinem Mentor Wolf bereits dreimal, über Wolfsburg und Nürnberg schließlich nach Lautern. Insgesamt sind das 1370.81 km. Eine lange Strecke, und dass, obwohl die Welt doch so klein ist: Augsburg steht in der Tabelle nur vier Plätze hinter Kaiserslautern…
Stadionwurst | Fabe | Trackback
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Sehr schöner Artikel! Manchmal denkt man echt, er stellt die junge Leute absichtlich nicht auf. Ich hoffe Ziemer und Bohl haben so gut gespielt, dass er sie aufstellen muss!
Aber seine Lielingsausrede dazu ist meistens: “Ich will die Jungen nicht verheizen”. Naja im englischen Fussball kommt ein derartiges Wort gar nicht erst vor, die Spielen rund um die Uhr Fussball.
Ich sag jetzt schon voraus dass ziemer am freitag nicht spielen wird. alles andere wäre für mich eine überraschung. Bohl wird vermutlich wieder spielen und die fans sind übrigens selbst schuld. jetzt stehn wahrscheinlich wieder lobbeiträge über wolf auf allen fck-seiten weil der betze ma mit 4:0 gegen HACHING(ES IST NUR HACHING) gewonnen hat und wollen wieder mal nicht erkennen, dass dieser trainer ein schwachkopf ist, der die fans seit ewigkeiten belügt und der jugend keine chancen mehr gibt- dummer holzkopf, scheiss auf den pfälzer bonus
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