Von Ordnern und Krawallen
Kollege Zobel hat es gestern geschrieben: Der FCK räumt auf. Doch damit gemeint ist in erster Linie der Kader und die finanzielle Situation. Aber auch abseits dieser Probleme gibt es nach dem sensationell vermiedenen Abstieg in Liga drei in Kaiserslautern noch jede Menge Baustellen. Beim Finale gegen Köln sah ich einige Dinge, die mich persönlich und viele andere Zuschauer gleichfalls gestört haben. Natürlich auch die Krawalle nach Abpfiff auf dem Spielfeld.
Es fing schon vor der Partie an. Abgesehen von der für den bieraffinen Fan zwar lästigen, aber natürlich richtigen glasfreien Zone rund um das Fritz-Walter-Stadion, zeigte der FCK was die Einlasskontrollen anging mal wieder grobe Mängel. Über 30 Minuten stand ich an, und das, obwohl “aktives” Anstehen angesagt war. Die Ordner an den Eingängen waren vollkommen überfordert mit den Zuschauermassen. Wenn das gegen St. Pauli passiert – okay. Immerhin fand dieses Match Dienstags um halb Sechs statt und kaum einer rechnete damit, dass dermaßen viele Tickets an der Tageskasse abgesetzt werden würden. Aber gegen Köln? Wo doch schon seit Ewigkeiten feststand, dass das Spiel wenn nicht ausverkauft, dann doch wenigstens sehr gut besucht sein sollte? Es bleibt mir ein Rätsel. Ganz schlecht organisiert vom Verein. Ein paar Ordner mehr oder zusätzliche Eingänge (diese wären möglich gewesen) hätten’s schon getan.
Und auch wie dann die Fans durchsucht, oder besser: nicht durchsucht wurden, ließ zu Wünschen übrig. Die Krönung aber: Ein FCK-Anhänger weiter vorne in der Schlange drückte sich durch bis zum Tor fünf Meter neben den Kontrollen und warf seinem Kollegen auf der anderen Seite, also innerhalb des Stadions, etwas über den Zaun zu. Was auch immer es war, es geschah ungehindert von irgendwelchen Ordnern. Dann kann man sich die Kontrollen auch ganz sparen. So waren sie auf jeden Fall alibihaft!
Noch größeres Chaos herrschte nach dem Spiel und dem erreichten Klassenerhalt. Allerdings ging es diesmal nur teilweise von den (wieder einmal überforderten) Sicherheitskräften aus. Schließlich mussten die Tore der Westkurve geöffnet werden, um die drückenden Zuschauermassen zu entlasten. Aber als schließlich alle auf dem Platz waren und es dank einiger Kölner Vollidioten zu den Schlägereien kam – wo waren denn da die Sicherheitskräfte? Kölner Hools schlugen mit Fahnenstangen und anderen Utensilien auf alles ein, was nicht bei drei auf dem Baum war. Und woher auf dem Fußballfeld Bäume nehmen? Ich für meine Person habe gemacht, dass ich den Platz so schnell wie möglich verlasse und habe daher nicht mehr alles mitbekommen. Für alle, denen es genauso geht: bitteschön.
Kurios: Aus den Lautsprechern erklang “Jeder Gast ist uns Willkommen”, und auf dem Rasen fand sich nach und nach die Abteilung Attacke der FCK-Anhänger ein. Die Stimmung auf dem Platz glich zeitweise einer Massenpanik. Als ich das Feld verlassen wollte, stürmten die Mitglieder des Fanclubs “First Class” in die entgegengesetzte Richtung und nahmen dabei aber auch gar keine Rücksicht – Alles wurde von ihnen niedergetrampelt. Toll, Jungs. Euer Name ist nicht Programm! Anscheinend ging die ganze Sch…. von den FClern aus, aber einige Lauterer Fans haben sich am Sonntag sicherlich auch nicht mit Ruhm bekleckert.
So jedenfalls überschatten die Vorkommnisse vor und vor allem nach der Partie die Super-Stimmung und die tolle Leistung der Mannschaft. Schade, dass immer wieder ein paar Idioten (und damit meine ich beide Seiten) alles kaputt machen müssen. Ich hoffe, die vielen Videoaufnahmen werden ausgewertet und führen zu einigen Stadionverboten.
Stadionwurst | Fabe | Trackback
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