Was machen eigentlich…
5. September 2007

Was machen eigentlich…

…die jungen Fast-Nichtabstiegs-Wilden? In der Spielzeit 2005/2006 setzte der damalige Coach der “Roten Teufel”, dessen Namen ich nicht mehr nennen möchte, notgedrungen auf die Abteilung Jugend Forscht. Mit Daniel Halfar, Fabian Schönheim, Sebastian Reinert und später auch Florian Fromlowitz standen zeitweise gleich vier der jungen Burschen aus dem Lauterer Talenteschuppen in der ersten Elf. Um den Abstieg aus der Beletage zu vermeiden, reichte es dennoch nicht; sicherlich daran völlig unschuldig waren besagte vier Talente. Der propagierte Neuanfang in Liga zwei sollte mit ihnen über die Bühne gehen, aus der Jugend sollte das notwendige Potenzial für den Wiederaufstieg geschöpft werden. Was war? Pustekuchen.

Die Geschichte ist bekannt: Daniel Halfar wechselte vergangene Woche zu Arminia Bielefeld, der nun einsame Fabian Schönheim entwickelt sich derweil vom Roten zum Fehlerteufel und Sebastian Reinert ist aufgrund einer Verletzung momentan nicht wirklich auf dem Sprung in die Stammformation. Das Gegenbeispiel in der Kategorie “jung und missverstanden” scheint aktuell nur Fromlowitz zu sein. Zugegeben, der gebürtige Lauterer hat nicht immer den besten Eindruck gemacht. Dank seines extravaganten Auftreten und seiner extrovertierten Art. Dass er ein Torwart mit Talent ist, hat er schon früh bewiesen. Damals, in der bis dato letzten Lauterer Bundesligasaison vertrat er Jürgen Macho nach dessen schwerer Verletzung hervorragend, mauserte sich in wenigen Wochen vom Nachwuchsspieler zum Torhüter-Liebling der Medien, die in ihm bereits die neue Nummer eins (und das nicht nur beim FCK) sahen.

Auch für ihn verlief die Wiederaufstiegsversuchssaison eher suboptimal. Denn Macho absolvierte alle 34 Spiele als Nummer eins, leistete sich wenig Fehler und wurde am Saisonende sogar zum FCK-Spieler des Jahres gekürt. Von den Fans versteht sich, was darauf hindeutet, dass Macho nicht nur ein starker Keeper, sondern auch Liebling der Anhänger war. Nun ist er nach seiner Degradierung zur Nummer 1b zu AEK Athen gewechselt, spielt mit den Griechen diese Spielzeit sogar UEFA-Caup. Getreu dem Rheinpfalz-Kolumnen-Schema bin ich also der Meinung, dass…. der 1. FC Kaiserslautern mit Jürgen Macho eine Identifikationsfigur verliert. Und ganz nebenbei auch seinen Vizekapitän der letzten Saison.

Aber den Wechsel nach Südeuropa kann “Machodopolous” wahrlich niemand verdenken. Schließlich findet nächsten Sommer in Österreich und der Schweiz die Fußball-EM statt und da wollte Macho natürlich auf “Teufel komm raus” im Tor stehen. Schon dass er als Keeper eines Zweitligisten im Nationalteam die Nummer eins tragen durfte, war ein Zugeständnis des österreichischen Trainers Josef Hickersberger. Da war der Transfer eigentich nur verständlich, die Pfälzer legten ihm auch keine Steine in den Weg.

Für Fromlowitz hingegen kann der Wechsel seines Rivalen nur von Vorteil sein. Und somit letztlich auch für den FCK. In den ersten beiden Saisonspielen, in denen bekannterweise der 21-jährige im Tor stand, sah er wohlwollend bei anderthalb Gegentreffern nicht ganz glücklich aus. Davon zeugen auch die Kickernoten. Spieltag eins: Note 4. Spieltag zwei: Note 4,5. Sofort erinnerte man sich an die Worte Rekdals, der ankündigte, bei schwachen Leistungen keine Probleme mit einem Torhütertausch zu haben. Dann folgte das erste richtig schlechte Spiel der Lauterer gegen Fürth, ein gutes Spiel war es nur für Fromlowitz. Note 2,5, bester FCKler. Vor dem Derby in Koblenz war dann schon klar, wohin Machos Weg ihn führen wird. Auch für seinen Konkurrenten. Der muss jetzt nicht mehr befürchten, beim nächsten Patzer gleich wieder auf der Bank zu landen.

Das ist gut fürs Selbstvertrauen, der Druck ist ein wenig kleiner geworden. Fromlowitz kann also “befreiter” aufspielen. Das kann wie gesagt nur gut sein für den FCK. Und für Macho war es letztendlich auch die beste Lösung, auch wenn sein Abschied schon sehr schade ist. Aber trotzdem: Auf Wiedersehen Jürgen, bis zur EM im nächsten Jahr!

Stadionwurst | Fabe | Trackback

Mehr dazu:

2 Kommentare zu “Was machen eigentlich…”

  1. polaaaarfux: ()

    und einmal mehr beweist uns FABE sein können als Stadionwurst-Autor;)
    saubere sache mein sohn!
    könntest du evtl in der nächsten stadionwurst den polarfux erwähnen?
    egal wie!
    bau das wort rein!

  2. lytic: ()

    Wiederaufstiegsversuchssaison

    schöne Wortschöpfung, leider harte Realität.

Kommentar verfassen

Trackbacks Follow, Kommentare Nofollow


Tags: , , , , , , ,