Welche Nüsse es zu knacken gilt
Nein, wirklich: Die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern hatten in den letzten Wochen nur wenig zu feiern. Höchstens die Demission Wolfgang Wolfs oder die endlich vollendete Besetzung des Sportdirektorpostens. Aber das sind, wie meine anglophile Seite herausschreien möchte, nur “Peanuts”. Gut, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Trauerzeit hält sich gewiss in Grenzen, sprechen doch sogar sogenannte (und oft selbst ernannte) Experten wenn sie von der kommenden Zweitligasaison reden, von der “stärksten zweiten Bundesliga aller Zeiten”. Doch dieses Urteil ist schnell daher gesagt und da die “Experten” um Ouzo Lattek und Paul “der Haarschnitt” Breitner sich über eine halbwegs sinnige Begründung totschweigen, hier einmal ein kurzer Blick in die Zukunft.
Da wären an erster Stelle die Erstligaabsteiger zu nennen – Mönchengladbach, Mainz und Aachen. Alles keine Übermannschaften, möchte man denken, aber welcher Absteiger -mit Ausnahme des 1. FC Köln- versteht sich denn in seiner misslichen Lage auch noch als Championsleague-Anwärter? Drei Teams also mit ähnlichen Problemen wie der FCK; bleibt die Mannschaft aber im Kern erhalten und können vor allem die Landeshauptstädter ihre beiden “Bremer” halten, spielen die Absteiger sicherlich um den direkten Wiederaufstieg. Das liegt so auch in der Natur der Sache. Bloß aufpassen: Bei den “Fohlen” zum Beispiel stehen diverse Rohdiamante im Stall, die von dem ein oder anderen Club aus der Beletage mit Zucker gelockt werden. Und auch die Aachener werden Schwierigkeiten bekommen, können doch gleich mehrere Akteure dem Verein ablösefrei den Rücken kehren.
Als nächstes muss man dann ein Auge auf die Aufsteiger aus Liga drei werfen. Im Norden läuft wenige Spieltage vor Saisonende alles auf St. Pauli und Magdeburg hinaus. Klar, das “Freudenhaus” St. Pauli ist für jede Klasse eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht. Ob aber auch in Sachen Zweitligafußball? Wohl weniger. Mit dem notgedrungenen Motto “kein Geld, keine Ahnung” kämpfen die Hamburger seit Jahren gegen die Insolvenz und die sportliche Führungslosigkeit. Und nächste Saison wohl gleich wieder gegen den Abstieg. Vermutlich genauso wie die Magdeburger, obwohl den Sachsen-Anhaltinern durchaus eine Überraschung gelingen könnte. Eine solche traue ich auch der TSG Hoffenheim, Vizemeister im Süden, zu. Ähnlich dem Vorbild des FC Augsburg in diesem Jahr sollte die Truppe von Mäzen Dietmar Hopp wenig Probleme mit dem Kampf um die sicheren Plätze haben. Der Kader besteht aus einer guten Mischung zwischen jungen Talenten und erfahreren Routiniers und wird sicher noch um Einiges verstärkt werden. Damit das Kunststück des Klassenerhalts auch dem SV Wehen, klarer Tabellenführer der Regionalliga Süd, gelingt, kommt auf die Hessen dagegen noch etwas Arbeit zu. Vor allem die hohe Fluktuation macht Wehen zu schaffen. Der Kader ist in der Breite zwar durchaus gut besetztt, ob er aber zweitligatauglich ist, bleibt fraglich.
Schließlich gesellen sich noch all die “Gescheiterten” Zweitligisten aus dieser Saison dazu. Da wären neben dem FCK der Fast-Namensvetter aus Köln, die Münchner Löwen, Greuther Fürth und entweder Freiburg oder Duisburg. Alles Team mit Ambitionen – auch im nächsten Jahr. Es wird also auch darauf ankommen, inwieweit die “Roten Teufel” mit den Konkurrenten mithalten können. Und dabei ist eins schon einmal klar: Finanziell hat der FCK keine guten Karten, alle vier Asse hält der Krösus aus Köln in der Hand. Oder um wieder zum Anfang zurückzukehren, wie sagte einst unser aller Fast-Totsanierer René Charles Jäggi so schön? “If you pay peanuts, you get monekys!”. In diesem Sinne: Auf eine neue Zweitligasaison 2007/2008 – ohne Affen!
Stadionwurst | Fabe | Trackback
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hehe, ja der Tiervergleich triffts doch ganz genau
schöner artikel
Jupp klasse Artikel, aber wie kommt man darauf zu sagen, dass diese Jahr die schwerste stärksten zweiten Bundesliga aller Zeiten war. Quatsch, nächstes Jahr wirds schwer, dieses Jahr hätten wir locker aufsteigen können.
hat das jäggi tatsächlich gesagt? passt so gar nicht mit seinem sparkurs zusammen…
Exakt das hat er damals im DSF-Doppelpass gesagt.
Super-Artikel! Genauso sieht es aus. Ein “bischen” Geld muss man halt schon ausgeben um wieder erstklassig zu werden. Ich glaube nicht, dass der FCK sich einen längeren Aufenthalt in Liga Zwo leisten kann. Dann lieber etwas “mehr” in treffsichere Stürmer investieren. Ich wünsche unserem neuen Trainer ein gutes Händchen bei seinen Neuverpflichtungen. Gibt es übrigens etwas neues zu Mathieu Beda? Den zu verlieren wäre ein herber Rückschlag!
Gruß aus dem Rheinland!
Hallo Rheinland-Teufel, gibt noch nix konkretes zu Bedas Zukunft. Diverse Gerüchte, ja, aber nicht annähernd glaubwürdiges. Wenn sowas dann doch kommt, liest du es natürlich hier bei uns