Relative Zeitprobleme
365 Tage – ist das jetzt eine lange, oder doch eher eine kurze Zeitspanne? Klingen tun sie, die 365 Tage, doch recht lang, aber wie schnell geht schon mal ein Jahr vorüber? Die Verhältnisse der Zeit einzuordnen ist schwer, drum nahm sich schon Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie dem Problem an. Zusammengefasst in etwa so: „Wenn man zwei Stunden lang mit einem netten Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden.“ Frei übertragen auf die „Roten Teufel“, die schließlich Hauptbestandteil dieses Blogs sind, müsste man also philosophieren: „Wenn man ein Jahr lang dem FCK beim Aufsteigen zusieht, meint man es wäre ein Monat. Beobachtet man jedoch die Pfälzer beim Abstiegskampf, so meint man, es wären zwei Jahre“. Vor genau einem Jahr, am 23. Januar 2007, startete unser Blog mit News rund um den 1. FC Kaiserslautern – von Fans, für Fans.
Und was wir fußballerisch in diesem Jahr, das ja zwei Saisonhälften umfasste, erfuhren, war schon seltsam. In der Rückrunde 06/07 kämpfte der FCK sehr lange mit um den direkten Wiederaufstieg in die erste Bundesliga, genauer gesagt bis zwei Spieltage vor Schluss. Trotzdem wurde der Trainer geschasst, wurde alles und jeder (teilweise auch zu Recht) kritisiert und der nach dem 34. Spieltag belegte sechste Abschlussrang lange bejammert. Aus heutiger Sicht ein klares Luxusproblem. Im Januar 2008 steht der FCK auf einem Abstiegsplatz in Liga zwei, kämpft ernsthaft um den Verbleib im Profifußball. Die Regionalliga, ab nächstes Jahr die vierte Klasse, ist keine Utopie mehr.
In der zweiten Jahreshälfte 2007 ist wieder viel passiert: Ein neuer Coach, drei Sportdirektoren, Teammanager oder was-auch-immer. Michael Schjönberg heißt jetzt Klaus Toppmöller heißt jetzt Fritz Fuchs. Solch eine hohe Fluktuation weist sonst nur der Profi-Kader auf, der wieder mit reichlich Fehleinkäufen bestückt wurde. Um das Spiel noch einmal zu spielen: Arilson heißt jetzt Steffen Freund heißt jetzt Esben Hansen. Na toll. Nur die versprochenen Neuverpflichtungen für die Rückrunde stehen -mit Ausnahme Weigelts- noch aus.
Ohne den roten Teufel an die Wand malen zu wollen: Von den Winterpausenzugängen der beiden letzten Saisons, acht an der Zahl, schlugen nur zwei ein, Mathieu Béda und Silvio Meißner. Einen ähnlichen Glücksgriff zu tun, scheint heuer unmöglich. Aber ich will Trainer Kjetil Rekdal und sein Team nicht vorverurteilen oder gleich tot, will meinen abgestiegen, schreiben. Nein, die Mannschaft ist auch mit dem derzeitigen Kader zu gut für einen Abstiegsrang. Das haben die letzten Spiele vor Weihnachten bewiesen, nur die Erfolge blieben (vorerst) aus.
Aber um die ursprüngliche Eingangsfrage zu beantworten, ob es sich bei 365 Tagen nun um eine kurze oder eine lange Dauer handele: Letztlich muss man sagen, dass es für uns drei Blogger und alle FCK-Anhänger wohl ein „langes kurzes“ erstes Jahr war. Unsere Hoffnung für die erste Hälfte des zweiten Jahres, das nach einer alten Fußballerweisheit ja „viel schwieriger ist, als das erste“, ist schnell niedergeschrieben. Wir wünschen uns ein kurzes Jahr, will heißen, einen erfolgreicheren FCK. Denn noch relativer als die Zeit ist nur die Hoffnung.
Stadionwurst | Fabe | Trackback
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Glückwunsch! ich bin der festen überzeugung, dass ihr in wenigen jahren über eine erstklassige mannschaft bloggt.
Alles Gute, macht weiter so!
Dito!
[...] bin wahrhaftig kein Statistikfreak, aber beim Genuss der bisherigen 15 Auftritte der Kaiserslauterer in dieser Spielzeit ist mir eine [...]